Technologie

Die wellenlose Förderschnecke

Ein Bauteil, das durch das definiert ist, was ihm fehlt: die Mittelwelle. Diese Seite erklärt, was daraus folgt — technisch, nicht werblich.

Aufbau

Eine achsenlose oder wellenlose Förderspirale ist ein zu einer Wendel gewalztes Stahlband. Sie läuft in einem Förderrohr oder einem U-förmigen Fördertrog, ruht dabei auf einer verschleißfesten Auskleidung und wird ausschließlich am antriebsseitigen Ende gelagert. Angetrieben wird sie über einen Getriebemotor, meist kopfseitig.

Das ist der gesamte Aufbau. Was fehlt, ist entscheidend: die durchgehende Mittelwelle und die Zwischenlager, mit denen eine solche Welle über längere Strecken abgestützt werden müsste.

Was daraus folgt

Der Querschnitt bleibt frei. Material, das sich um eine Achse legen könnte — Folien, Fasern, Drähte, Kabel, Rappen —, findet keine Achse vor. Das ist der Grund, warum wir in Anwendungen liefern, in denen Wellenschnecken regelmäßig zusetzen.

Es gibt weniger Verschleißstellen. Ohne Zwischenlager im Fördertrog entfallen die Wartungspunkte, die bei langen Schnecken sonst regelmäßig anfallen. Verschleißteil ist im Wesentlichen die Auskleidung — und die lässt sich planbar tauschen.

Das Fördergut wird gezogen oder geschoben, nicht geschnitten. Für Pellets und andere Materialien, die nicht beschädigt werden dürfen, ist das der Unterschied zwischen Ware und Bruch. Und weil die Zwischenlager fehlen, an denen Material sonst vorbeigequetscht wird, erreichen wir gegenüber solchen Systemen bis zu zwei Drittel mehr Förderleistung.

Die Spirale ist biegsam. Sie folgt Rohrbögen, arbeitet steigend und senkrecht. Horizontale und vertikale Abschnitte lassen sich deshalb in einem durchgehenden Strang ausführen — ohne Umsetzstation, also ohne die störanfälligste Stelle einer mehrteiligen Anlage.

Das Prinzip

Der Unterschied ist das, was fehlt

Eine klassische Schnecke transportiert das Material um eine Mittelwelle herum. Alles, was sich um diese Welle legen kann, legt sich irgendwann um sie: Folien, Fasern, Drähte, Kabel, Rappen. Unsere Spirale hat diese Welle nicht: achsenlos, auch wellenlos genannt. Der Querschnitt bleibt frei.

WellenschneckeMaterial wickelt auf, Querschnitt setzt zu
Wildfellner-SpiraleFreier Querschnitt, Material läuft durch
  • 01

    Kein Aufwickeln

    Sperrgut bis rund 400 mm Stückgutlänge, faseriges und wickelndes Material laufen durch, statt die Anlage stillzulegen.

  • 02

    Weniger Verschleißstellen

    Ohne Mittelwelle entfallen Zwischenlager im Fördertrog — die üblichen Wartungspunkte einer langen Schnecke gibt es schlicht nicht.

  • 03

    Materialschonend

    Die Spirale zieht und schiebt das Fördergut, statt es zu schneiden. Für Pellets und andere Materialien, die nicht beschädigt werden dürfen, ist das der Unterschied zwischen Ware und Bruch.

  • 04

    Geschlossen und leise

    Im Rohr oder abgedeckten Trog geführt: nahezu staubfrei, geräuscharm, energieeffizient.

  • 05

    Den örtlichen Gegebenheiten angepasst

    Die Anlage folgt dem Gebäude, nicht dem Katalog. Länge, Steigung und Richtungswechsel richten sich nach dem, was vor Ort vorhanden ist.

Streckenführung

Ihre Strecke gibt die Form vor — nicht der Katalog

Weil die Spirale biegsam ist, folgt die Förderleitung dem Gebäude statt umgekehrt. Horizontal, über Bögen, steigend — meist in einer einzigen durchgehenden Anlage, ohne Übergabestellen. Der gezeigte Verlauf gilt für die flexible Bauart Type SL(N).

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  1. 01

    Aufnahme

    Aus Bunker, Silo, Schubboden, Container oder direkt aus dem Prozess. Die Einlaufgeometrie richtet sich nach Ihrem Schüttgut.

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    Horizontale Strecke

    Trog- oder Rohrförderer. Die Strecke ist im Prinzip endlos: Wird sie für den gewählten Spiraltyp zu lang, folgt eine Übergabe auf den nächsten Abschnitt.

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    Bögen statt Übergaben

    Bei Type SL(N) laufen Richtungswechsel über Rohrbögen im laufenden Strang — jede eingesparte Übergabestelle ist ein Störfall weniger. Die starre Bauart Type RL(N) bleibt dagegen geradlinig; dort erfolgt der Richtungswechsel über eine Übergabe.

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    Steigung und Senkrechte

    Steigende Abschnitte laufen im selben Strang weiter. Senkrechtförderer bis 28 Meter Höhe führen wir als starre Ausführung Type RL(N) aus.

  5. 05

    Abwurf

    In Kessel, Presse, Silo, Container oder Nachfolgeanlage — dosiert, kontinuierlich oder im Intervall.

Wo die Grenzen liegen

Kein Prinzip passt überall, und es hilft niemandem, das zu verschweigen. Die achsenlose Spirale hat drei Grenzen, die Sie kennen sollten.

Die Auskleidung ist ein Verschleißteil. Bei hochabrasiven Medien wie Altglas, Asche oder metallischen Fraktionen bestimmt sie die Standzeit. Wir arbeiten dort mit Hartmetalleinlagen bis hin zu Oberflächenbeschichtungen, aber ein Verschleißteil bleibt sie.

Die Korngröße ist an die Baugröße gebunden. Sperrgut bis rund 400 mm Stückgutlänge ist möglich — aber nur in den großen Baureihen. Bei flexiblen Systemen liegt die Grenze deutlich niedriger, je nach Type zwischen 5 und 45 mm.

Welche Güter das in der Praxis sind, steht in unsererListe der Fördergüter von A bis Z — rund 250 Materialien, die unsere Anlagen bereits transportiert haben.

Länge und Leistung stehen im Zielkonflikt. Große Durchmesser fördern viel, aber über kürzere Strecken; flexible Systeme überbrücken beliebige Längen — bei Bedarf über eine Übergabe —, dafür mit geringerer Leistung. Welche Kombination Ihre Aufgabe trägt, ergibt sich aus der Auslegung — deshalb fragen wir im Fragebogen so genau nach.

Häufige Fragen

Was ist eine wellenlose Förderschnecke?

Eine wellenlose — auch achsenlose — Förderschnecke transportiert Schüttgut mit einer Förderspirale, die keine Mittelwelle besitzt. Der Querschnitt in der Mitte bleibt frei. Dadurch lassen sich faserige, sperrige und wickelnde Materialien fördern, die eine klassische Wellenschnecke zusetzen würden.

Worin unterscheidet sie sich von einer Wellenschnecke?

Eine Wellenschnecke transportiert das Material um eine Mittelwelle herum, die im Fördertrog auf Zwischenlagern läuft. Diese Welle ist genau die Achse, um die sich Folien, Fasern, Drähte und Rappen legen. Die achsenlose Spirale hat weder Welle noch Zwischenlager — damit entfällt die häufigste Verstopfungsursache und zugleich der häufigste Wartungspunkt.

Wie wird die Spirale ohne Welle geführt?

Die Spirale läuft direkt auf einer verschleißfesten Auskleidung des Förderrohrs oder Fördertrogs und wird ausschließlich am antriebsseitigen Ende gelagert. Die Auskleidung ist ein Verschleißteil und wird auf das Fördergut abgestimmt.

Welche Materialien lassen sich fördern?

Hackschnitzel und Pellets, Klärschlamm, Reject und Ersatzbrennstoffe, Elektroschrott, Altglas und Kunststoff, Trauben, Maische und Trester, Pulver, Granulate und Stäube. Kurz: alles, was faserig, klebrig, sperrig oder ungleichmäßig ist — und ebenso rieselfähige Güter.

Welche Förderleistung und welche Höhe sind möglich?

Bis 600 m³/h bei Spiralendurchmessern von 30 bis 700 mm. Senkrecht haben wir bis 28 Meter Förderhöhe ausgeführt, horizontal bis 36 Meter mit nur einer Spirale und einem Getriebemotor.

Ist eine achsenlose Spirale wartungsärmer?

In der Regel ja. Weil die Mittelwelle fehlt, entfallen die Zwischenlager im Fördertrog — bei langen Schnecken die üblichen Wartungspunkte. Verschleißteil ist im Wesentlichen die Auskleidung, die planbar getauscht wird.

Beschreiben Sie uns Ihre Förderaufgabe

Fördergut, Menge und Streckenverlauf genügen für den Einstieg. Alles Weitere klären wir im Gespräch.